Von der Berufsfachschule II ins Wirtschaftsgymnasium - ein Erfahrungsbericht
Was macht man nach dem Abschluss der BF II? Eine Möglichkeit ist eine Ausbildung, eine andere ist der Besuch der Höheren Berufsfachschule oder des
Wirtschaftsgymnasiums.
Ich habe mich für das WG entschieden. Das erste Halbjahr ist jetzt vorbei. Die Umstellung von der Berufsfachschule II zum WG ist gewaltig. Man kann damit rechnen,
dass jede Note mindestens um 2 Noten schlechter wird. Der Unterschied bezüglich der Stundenanzahl ist immerhin nicht sehr groß (BF II: 34; WG: 36).
In der BF gibt es das Fach BBU (Berufsbezogener Unterricht), dies existiert im WG nicht. Dafür haben wir aber Fächer wie BWL, Rechnungswesen und VWL.
Es gibt wie gewohnt vier Kernfächer (BWL/RW, Deutsch, Mathe, erste Fremdsprache). Neben den Kernfächern gibt es auch sieben Grundfächer
(zweite Fremdsprache, Religion, 2x Naturwissenschaften, VWL, Gemeinschaftskunde, Informationsverarbeitung).
Der Unterricht wird anspruchsvoller. Wenn Vorkenntnisse fehlen, bekommt man schnell Probleme. Dies merkt man am meisten in Mathe, Englisch und Deutsch.
Meiner Meinung nach ist das WG zwar sehr anspruchsvoll, aber wenn man sich dahinterklemmt, ist es zu schaffen.
Außer mir sind noch einige andere Mitschüler ins WG gekommen. Ihre Meinungen decken sich mit meiner. Manche lernen nicht für Arbeiten und schreiben trotzdem noch eine 4,
was natürlich nicht weiterzuempfehlen ist.
Auch wenn meine Noten teilweise ziemlich in den Keller gerutscht sind, würde ich nochmals diesen Weg gehen, Obwohl es eine gewaltige Umstellung ist.
Wenn jemand die BF II mit Leichtigkeit geschafft hat, heißt das noch lange nicht, dass er im WG nichts tun muss.
Man muss von Anfang an bei der Sache sein und sich Mühe geben, gerade wenn man merkt, dass man Wissenslücken hat.
Deswegen rate ich allen, die aufs WG gehen wollen: Geht eure Unterlagen, die ihr habt, durch. Wenn ihr Wissenslücken habt, tut was dagegen, die können euch das Genick brechen.
Ansonsten überlegt euch gut, ob ihr diesen Weg gehen wollt.
Wenn jemand nur einen Schulplatz will, weil er keine Ausbildungsstelle gefunden hat und nicht zu Hause rumsitzen will, sollte er es lassen.
Nur diejenigen, die mit dem Ziel Abitur kommen und bereit sind, sich dafür anzustrengen, können es auch schaffen.
Sabrina Baur, Schülerin Gy06a

