Innovation aus der Schule: Ein Drehteller für Wasserpfeifen -
ein Artikel aus dem Trierischen Volksfreund
In dem "Projekt Junior", eine Initiative des Deutschen Wirtschaftsinstitutes, gründen junge Menschen für ein Jahr eine Firma. Dabei gewinnen sie Einblicke
in das Wirtschaftsleben. Zehn Schülerinnen und Schüler der BBS Wirtschaft haben das Unternehmen "Blubb-tech" ins Leben gerufen. Sie wollen als innovatives Produkt Drehteller
für Wasserpfeifen auf den Markt bringen.
Der von "Blubb-tech" produzierte Drehteller verhindert, dass beim Herumreichen des Schlauches die Wasserpfeife umfällt. Die Gymnasiasten wollen nun in Serienproduktion gehen.
"Blubb-tech" wurde im Sommer für ein Jahr gegründet. Die Firma ähnelt strukturell einer Aktiengesellschaft. Aktionäre haben Aktien für jeweils zehn Euro erworben. Damit wird das
Produkt, ein Drehteller für Wasserpfeifen, in einem engen finanziellen Rahmen realisiert. Der 19-jährige Mathieu Viehmann hatte die Geschäftsidee, denn beim Wasserpfeiferauchen
sei beim Herumreichen des Schlauches in der Gruppe die Shisha immer wieder umgefallen. Der Drehteller soll dies nun verhindern.
Die Firma "Blubb-tech" ist in verschiedene Abteilungen gegliedert. Neben der Produktion und dem Marketing gibt es die Finanzbuchhaltung und Verwaltungsabteilung, die für die
Löhne zuständig ist. Die Schüler erhalten einen Einblick in das reale Geschäftsleben, für das die Vollzeitgymnasiasten ungefähr 15 Stunden Zeit monatlich investieren. Der Firmensitz
ist die Schule, wo Entscheidungen getroffen und die Aufgaben verteilt werden. Anhand von Protokollen überprüfen die Schüler, ob die Arbeiten zeitgerecht erfüllt wurden.
Im neuen Jahr will "Blubb-tech" in Serienproduktion gehen. Die Bemühungen, sich als modernes Unternehmen zu präsentieren, waren bei einer öffentlichen Vorstellung von "Blubb-tech"
unübersehbar. Ein Empfang durch die Unternehmer mit Häppchen, Sekt und Powerpointpräsentation in einheitlichem Dress, Stehtische, um ins Gespräch mit möglichen Aktionären zu kommen,
Pressemappe und Kontaktformular - allein die Pressebetreuung durch die zweite Vorsitzende, Beatrice Lind (17), hatte Vorbildcharakter.
Das eigene Selbstbewußtsein werde durch das Projekt gestärkt, sagen die Unternehmer, kennen aber auch die Schwierigkeit, delegieren zu können. Ganz wie im wirklichen Leben also. Denn
auch Abmahnungen seien schon ausgesprochen worden, berichtet Viehmann.
Einer der Schulpaten, der betreuende BWL- und Deutschlehrer Holger Tscherne, ist voll des Lobes. Nach anfänglichen Schwierigkeiten, in denen jeder der Teilnehmer in der zusammengewürfelten
Gruppe erst seine Position finden musste, würden sie jetzt ihre Sache "richtig gut meistern".
Wenn das Projekt zu Ende geht, werden Personalgespräche geführt, die auch in ein Arbeitszeugnis fließen werden. Sicherlich keine schlechten Vorbereitungen für eine spätere Bewerbung.

