Vorstellungsgespräche live an der BBS Wirtschaft
Für die rund 60 Schülerinnen und Schüler der Berufsfachschule 1 (BF1) Wirtschaft und Verwaltung fand im Januar ein sogenannter Bewerbertag statt: 14 Unternehmen aus der Region boten den Schülerinnen und Schülern an der Berufsbildenden Schule Wirtschaft die Gelegenheit, sich mithilfe ihrer vorbereiteten Bewerbungsmappen in persönlichen Gesprächen um ein Praktikum oder eine Ausbildungsstelle zu bewerben.
Die Idee zur Veranstaltung, die Teil der schulischen Initiativen zur Unterstützung der Berufsorientierung der Jugendlichen ist, stammt von der Klassenlehrerin Bärbel Bach.

Zum Einstieg in den Bewerbertags stimmte Andrea Otten, Personalentwicklerin bei den Stadtwerken Trier, die Schülerschaft mit einem Impulsvortrag ein auf das Thema „Wie punkte ich beim Vorstellungsgespräch“. „Der Vortrag heute zu Beginn war sehr hilfreich für mich, um das nachfolgende Vorstellungsgespräch besser bewältigen zu können. Meine Nervosität habe ich dadurch jetzt ganz gut im Griff“, berichtete Aylin Matur, Schülerin der Klasse BF1 16c.
„Wir sind schon sehr gespannt auf die Bewerber“, sagte Cathrin Scheerer, Sektkellerei Herres. „Wir sehen diese Aktion als gute Möglichkeit für die Schüler, Gespräche zu üben. Für uns als Unternehmen sehen wir die Chance, jemand Passendes für unseren Betrieb zu finden.“ Eugen Hahn, IT-Haus, begrüßte die Initiative ebenfalls: „Die Aktion von Frau Bach ist eine tolle Idee, damit die Schüler sehen, wie Vorstellungsgespräche in der Praxis tatsächlich ablaufen.“ Die Schüler Julian Beys (BF1 16a) und Marius Wollschläger (BF1 16b) kommentierten: „Wir finden es schön, dass Frau Bach sich so intensiv um uns kümmert. Die Unternehmen sind sehr gut auf uns eingegangen und haben uns sehr gut über Wirtschaftsberufe informiert. Im nächsten Jahr sollte diese Aktion auf jeden Fall wiederholt werden.“
Auch die Klassenlehrerin sowie die Abteilungsleiter Thomas Glieden und Mirko Herrmann zeigen sich sehr beeindruckt und zufrieden mit dem Ergebnis für Schüler und Unternehmen. Ein Anfang sei jetzt gemacht und man war sich einig, dass dieser BF1-Bewerbertag fester Bestandteil des Berufsorientierungsprogramms der Schule werden soll.
Bärbel Bach, Januar 2017
Ich, eine ganz normale Schülerin – die Inklusion hat funktioniert
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Wie haben Sie sich das eigentlich vorgestellt? Geht das überhaupt? Diesen und ähnlichen Fragen musste ich mich vor Ende der Sommerferien 2013 an der BBS Wirtschaft stellen. Als ich mit Blindenstock, Anmeldeformular und Zeugnis bewaffnet das Sekretariat der Schule betrat, schlug mir die Verwirrung der netten Damen förmlich entgegen. |
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Warum?
Ich bin blind, wollte an eine Regelschule und dies kommt nur sehr selten vor, da es ja Blindenschulen in Deutschland gibt.
Dies wurde den Sekretärinnen auch klar und ich erklärte ihnen die Umstände, weshalb ich in einer Blindenschule nicht zurechtkam. Wer mich und meine Geschichte kennt, weiß, dass ich es dort nicht sehr leicht hatte.
Erst einmal liegt die Schule am gefühlten anderen Ende der Welt, zum Zweiten ist das natürlich mit Internatsunterbringung verbunden.
Natürlich bedeutet das, dass man sonntagabends erst einmal durch halb Deutschland gondeln darf. Freitags gondelt man dann wieder zurück. Dadurch ist das ganze Wochenende versaut, man kann nichts Vernünftiges mit Familie und Freunden unternehmen und so weiter.
In meinem Fall bedeutete das leider auch schwere Misshandlungen und Mobbing.
Das machte mich schließlich so fertig, dass ich erst einmal nach Trier ins Mutterhaus kam, wo ich innerhalb von 5 Wochen wieder zu Kräften kommen musste.
Dementsprechend sahen meine Zeugnisse auch aus, als ich das Sekretariat der BBS Wirtschaft betrat.
Aber im Mutterhaus hatte ich eine Entscheidung getroffen. Ich würde dem Blindeninternat den Rücken kehren und in eine ganz normale Regelschule gehen, wo ich nachmittags auch nach Hause gehen kann und nicht mit Schülern unter einem Dach schlafen muss, die mich den ganzen Tag mobben.
Da ich eine Kämpferin bin, erklärte ich den netten Damen im Sekretariat, dass ich lernen kann wie andere Schüler auch, nur dafür spezielle Hilfsmittel brauche. Etwas beruhigt trug eine der Damen mich dann in die Schule ein und bat mich dann aber, mit meinem zukünftigen Klassenlehrer zu sprechen. Wir machten einen Termin aus, zu dem ich gerne kam.
Mich erwartete ein freundlicher, älterer Herr mit einer angenehm tiefen Stimme, die mir direkt vertrauenswürdig vorkam. Er stellte sich mir als Herr Ferring vor, und ich musste ihm erklären, weshalb ich in seine Klasse wollte. Ich erzählte ihm meine Geschichte und versicherte zudem, dass ich mich schon um meine Hilfsmittel kümmern würde und dass ich außerdem eine Schulassistenz beantragt hätte. Das beruhigte auch ihn, und so kam ich an die BBS Wirtschaft Trier.
Es entsteht ein surrendes Geräusch, wenn ich jeden Morgen den rauen Schuleingangsboden entlangkomme und der Blindenstock, auch liebevoll Knüppel von mir genannt, über die Rillen fährt.
Mittlerweile habe ich bessere Schulnoten und was das wichtigste für mich ist, ich habe keine Angst mehr, morgens in die Schule zu gehen. Im Gegenteil. Meistens freue ich mich sogar auf die Schule. Ich kann endlich wieder lachen und habe sogar ein paar Freunde gefunden.
Außerdem müssen die Lehrer an ihrem Unterricht nicht viel verändern. Das einzige, was ich weiß, ist, dass Herr Ferring mir zu Liebe im Deutschunterricht auf das Thema Karikaturen verzichtet hat. Dafür danke ich ihm, denn wegen meiner Blindheit kann ich nicht wirklich viel mit Bildern anfangen.
07.07.14 Natalie Emling
Adventskalender der Klasse DR21a und des Religionskurses BGY20
1. Dezember, 2. Dezember, 6. Dezember, 8. Dezember, 9. Dezember, 13. Dezember, 14. Dezember, 15. Dezember, 16. Dezember, 20. Dezember, 22. Dezember
Auszubildende der Klasse KGA18b führten mit Schülerinnen und Schülern der BF119a Vorstellungsgespräche
An den Freitagen 06.03., 13.03. sowie nach der Corona-bedingten Schulschließung am 15.05.2020 führten die Klassen KGA18b und BF119a ein klassenübergreifendes Projekt durch. Die Auszubildenden hatten passend zu ihrem Ausbildungsbetrieb in den vergangenen Wochen mit ihrem Fachlehrer Herrn Bach Stellenanzeigen für eine Ausbildung im Groß- und Außenhandel entworfen und diese den Schülerinnen und Schülern der BF119a ausgehändigt. Die BF1-Schülerinnen und Schüler erstellten daraufhin in ihrem aktuellen Praxismodul „Systematisch und individuell bewerben“ mit ihrer Klassenlehrerin Frau Bach individuell zugeschnittene Bewerbungsunterlagen. Die Bewerbungsunterlagen reichten sie bei den Auszubildenden ein.

Zusätzlich übten die BF1-Schülerinnen und Schüler mit ihrer Lehrerin, wie sie bei Vorstellungsgesprächen ihre Nervosität überwinden und einen guten Eindruck hinterlassen. Im Lernfeld 5 im Ausbildungsberuf Kaufleute im Groß- und Außenhandel erlernten die Schülerinnen und Schüler parallel, wie man personalwirtschaftliche Aufgaben (u. a. Personaleinsatz planen, Personal beschaffen) wahrnimmt. So waren die Auszubildenden, die schon einige Berufserfahrung erlangt haben, in der Lage, auf der Grundlage der vorliegenden Bewerbungen mit den BF1-Schülerinnen und Schülern konkrete Vorstellungsgespräche durchzuführen.

Dies war nicht nur für die BF1-Schülerinnen und Schüler sehr aufregend, sondern auch für die Auszubildenden eine wichtige Erfahrung. Beide Seiten hatten einen großen Nutzen durch diese sehr praxisnahe Situation: Die Schülerinnen und Schüler der BF1-Klasse sammelten hilfreiche Erkenntnisse für weitere reale Bewerbungsgespräche und die Auszubildenden lernten relevante Entscheidungskriterien zur Personalauswahl aus Arbeitgebersicht kennen.

(Anmerkung: Alle Bilder entstanden am 06.03.2020 vor der Corona-Krise.)
In der Flasche geht ihnen ein Licht auf
Man nehme eine Flasche, bohre ein Loch in den Boden, führe ein Kabel durch zu einer Fassung oben auf dem Flaschenhals, installiere dort Glühbirne und Lampenschirm - fertig ist die Geschäftsidee von Luminos. 16 Zwölftklässler aus dem Wirtschaftsgymnasium der BBS für Wirtschaft Trier (BBSW) sind als "Luminos" mit ihren Flaschenlampen gerade an den Markt gegangen. Sie nehmen am Junior-Projekt des Instituts der Deutschen Wirtschaft teil, so wie viele erfolgreiche Schüler-Unternehmen der BBSW zuvor.

Dass sie mit einem ähnlichen Produkt wie ihre Vorgänger von Betrion an den Start gehen, sei eher Zufall, sagt Marc Bösen, einer von zwei Luminos-Vorständen. Betrion hatte im Vorjahr Lampen in Betonquadern produziert. "Wir hatten verschiedene Ideen, als wir unser Projekt im Herbst 2016 gestartet haben", sagt Bösen. Eines war den Schülern klar: Ihr Produkt sollte mit Upcycling, also dem "Umformen" von Abfallprodukten, zu tun haben. Eine erste Idee, gebrauchte Olfässer in Schuhboxen zu verwandeln, wurde wieder verworfen.
So landete man nach der Findungsphase bei den Lampen, die wahlweise in Weinflaschen oder Ginflaschen geschraubt werden. "Bei der Produktion mussten wir natürlich alle Sicherheitsstandards für Elektroprodukte beachten, deswegen mussten wir auch dabei einiges ausprobieren", sagt Marina Grünen, die Produktionsleiterin von Luminos. Die leeren Flaschen bekommen sie aus Gaststätten, Kunden können aber auch eigene Flaschen abgeben, die dann zu Flaschenlampen werden. Der Preis für das fertige Produkt liegt bei 35 Euro. "Im ersten Schritt wollen wir 40 Stück verkaufen, wir können aber auch schnell Nachschub produzieren", sagt Grünen.
Verkauft werden die Lampen entweder durch Mundpropaganda oder auch übers Internet. Unter www.luminos-trier.de gibt es einen Onlineshop, Lampen werden auch per Post verschickt. Pasquale Birk ist in der Marketingabteilung unter anderem für die Bewerbung der Lampen zuständig - und verweist auf die zahlreichen sozialen Medien, in denen Luminos ebenfalls vertreten ist: Facebook, Instagram oder eben die Website. "Momentan sind wir auf der Suche nach Vertriebspartnern wie Möbel- oder Einrichtungshäusern, in denen wir unsere Lampen ausstellen können", sagt Birk.
Das Startkapital wurde durch den Verkauf von Aktien (zum Preis von zehn Euro) eingenommen, rund 40 Anteilsscheine sind noch zu haben. Alle bisherigen Aktionäre hatte Luminos Ende Januar zur ersten Hauptversammlung eingeladen, dort wurden neben den ersten Zahlen auch die künftigen Aufgaben des Junior-Unternehmens vorgestellt. Unter anderem muss ein Geschäftsbericht geschrieben werden. Im Mai wird sich Luminos mit einem Stand beim Landeswettbewerb in Mainz präsentieren.
Artikel aus dem Trierischen Volksfreund


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